5. Jahrgang Nr. 4 / 29. April 2005 - 20. Nissan 5765

Raschi-Jahr in Worms eröffnet

Zum Gedenken an den 900. Todestag des jüdischen Gelehrten und Talmudkommentators Rabbi Salomon ben Isaak (1040-1105), genannt Raschi, ist Mitte April in Worms das Raschi-Jahr 2005 eröffnet worden. Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Salomon Korn, sagte beim Festakt in der Wormser Synagoge, die bis heute erhaltenen und viel beachteten Schriften Raschis seien ein «Leuchtturm» in der Auslegung der Schriften des Judentums. Der im Jahr 1105 in seiner französischen Heimatstadt Troyes verstorbene Raschi hatte um 1060 im damals in ganz Europa berühmten Wormser Lehrhaus studiert. Die Wirkungszeit Raschis sei eine «höchst fruchtbare Periode» gewesen, unterstrich Korn. Damals sei die Eigenständigkeit des Judentums in besonders herausragender Weise deutlich geworden. Kulturminister Jürgen Zöllner (SPD) sagte, das Leben und Werk Raschis verdeutlichen den prägenden Einfluss, den das geistige Leben in den jüdischen Gemeinden am Rhein im Mittelalter für ganz Europa hatte und nach wie vor habe. Raschi war Lehrer und Bibelkommentator, dem es gelang, Tora und Talmud mit klaren und zuweilen kritischen Interpretationen auch dem einfachen, studierwilligen Leser verständlich zu machen.

Von April bis Oktober 2005 erinnern Worms und Troyes mit zahlreichen Veranstaltungen an den jüdischen Gelehrten. Ein Schwerpunkt sind dabei die Jüdischen Kulturwochen mit Musik, Kleinkunst und Vorträge vom 23. Juni bis 9. Juli 2005 in Worms. Außerdem sind eine Tagung in Kooperation mit der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg sowie Ausstellungen und Seminare zur jüdischen Tradition und Geschichte geplant. Informationen über das Programm gibt es im Internet unter:
http://www.worms.de/deutsch/leben_in_worms/kultur/Raschijahr/index.php?navid=11.

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