10. Jahrgang Nr. 4 / 30. April 2010 - 16. Ijar 5770

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums von Rabbiner Dr. Joel Berger

BET DIN (Hebräisch)

Rabbinischer Gerichtshof, der sich auf Grund unserer Gesetzeskodexe (Talmud, Schulchan Aruch) mit innerjüdischen Angelegenheiten der Gemeindemitglieder wie Statusfragen, Scheidungen oder auch Konversionen befasst. Geführt wird ein Bet Din meistens von drei Rabbinern, die auch die Befähigung zum Dajan (rabbinisches Richteramt) besitzen. Von den Parteien wird vor Beginn der Verhandlungen eine Unterwerfungserklärung verlangt, da sonst die Urteile nicht vollzogen werden können. Der Vorsitzende des Bet Din wird „Aw Bet Din“ genannt.

BET HAKNESSET (Hebräisch)

Versammlungsraum (Synagoge) der Gemeinde zur Durchführung von regelmäßigen G-ttesdiensten wie auch für Lehrveranstaltungen zu Themen aus den biblischen Schriften und der traditionellen rabbinischen Literatur.

BET HAMIDRASCH (Hebräisch)

Traditionelles Lehrhaus für klassische, jüdische Studien. In dem Raum können, zumeist an Wochentagen, auch regelmäßig Tagesgebete stattfinden.

BET HAMIDKASCH (Hebräisch)

Das Heiligtum auf dem Tempelberg von Jerusalem. Bis zu seiner Zerstörung fanden dort regelmäßig Opferg-ttesdienste unter der Leitung der Kohanim und Leviten statt. Der Salomonische Tempel (der Erste Tempel, auf Hebräisch: Bajit Rischon) bestand bis zum Jahre 586 v.d.Z. Er wurde von den Babyloniern zerstört. Der Zweite Tempel (auf Hebräisch: Bajit Scheni) wurde von den Römern im Jahre 70 n.d.Z. vernichtet.