10. Jahrgang Nr. 3 / 26. März 2010 - 11. Nissan 5770

Neue Synagoge in Herford eingeweiht

Die jüdische Gemeinde Herford-Detmold hat am 14. März ihre neue Synagoge eingeweiht. An dem Festakt nahmen mehr als 150 geladene Gäste teil, darunter Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Sie würdigte das Bauwerk als „ein gutes Beispiel für die Renaissance des Judentums in ganz Deutschland“. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers wertete die Eröffnung des Hauses als Zeichen des Vertrauens, das die jüdische Gemeinschaft in die Stabilität, Toleranz und Friedfertigkeit der Bundesrepublik Deutschland setze. „Wir müssen und wir werden alles tun, damit Auschwitz nie wieder sei“, versprach er.
Das im neugotischen Stil aus rotem Backstein errichtete Gemeindezentrum steht auf dem Platz der 1852 eingeweihten und in der Pogromnacht 1938 zerstörten ehemaligen Herforder Synagoge. Den Gebetssaal überstrahlt ein Lichtkunstwerk aus LED-Leuchten, deren Anordnung dem Sternenhimmel über Jerusalem in diesem Jahr entspricht. Die Fensterbögen schmücken Davidsterne, aus denen blau-weiße Tränen tropfen. In Erinnerung an die frühere jüdische Gemeinde in Herford, von deren Mitgliedern lediglich 15 den Nazi-Terror überlebten, symbolisieren sie Trauer. „Doch heute stellen wir uns gemeinsam vor, dass es auch Freudentränen sein können“, so Dr. h.c. Knobloch.
Über 100 Mitglieder zählt die ostwestfälische Gemeinde heute wieder. Ihre nach knapp zweijähriger Bauzeit errichtete Synagoge ist eine von zehn, die seit Mitte der 1990-er Jahre allein in Nordrhein-Westfalen entstanden. Die Baukosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro tragen zu je einem Dritte das Land NRW, die beteiligten Städte bzw. Landkreise sowie die Jüdische Gemeinde Herford-Detmold.
ZR/zu