10. Jahrgang Nr. 2 / 26. Februar 2010 - 12. Adar 5770

Neue Synagoge in Osnabrück

Am 3. Februar wurde die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde in Osnabrück eröffnet. Dabei erinnerte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, an die Opfer des Holocaust. Von den knapp 500 Juden, die 1933 in Osnabrück lebten, wurden fast alle ermordet oder zur Emigration – vor allem nach Israel und in die USA – gezwungen. Bei Ende des Zweiten Weltkrieges lebten in der Stadt nur noch fünf Juden. Sie und zugezogene Holocaust-Überlebende gründeten die jüdische Gemeinde wieder. Ende der achtziger Jahre zählte diese weniger als 100 Mitglieder. Dank der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion stieg die Mitgliederzahl jedoch auf heute rund 1.000 an
Dr. h.c. Knobloch würdigte die große Hilfe, die Osnabrück beim Bau der neuen Synagoge und des Gemeindezentrums geleistet habe. In den christlichen Kirchen wurden Kollekten für den Synagogen- Neubau gesammelt. Während der 14 Monate dauernden Bauarbeiten hatte das katholische Bistum Osnabrück Ersatzräume zur Verfügung gestellt. An dem Festakt nahmen auch ranghohe Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie der muslimischen Gemeinden in Niedersachsen teil.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) würdigte die Eröffnung der neuen Synagoge als einen wichtigen Tag für die Landesgeschichte. Er erinnerte daran, dass es 1978 eine große Demonstration in seiner Heimatstadt Osnabrück gegeben habe, nachdem ein Rechtsextremer Schmähparolen an die Wand der damaligen Synagoge geschmiert habe. «Wir wollten ein Zeichen setzen, dass wir froh sind, dass es wieder jüdisches Leben in unserer Gemeinschaft gibt.» Die Landesregierung wolle das jüdische Leben nach Kräften unterstützen. «Die jüdische Tradition und Kultur hat unser Land über Jahrhunderte belebt und geprägt», sagte er.
dpa/zu