10. Jahrgang Nr. 2 / 26. Februar 2010 - 12. Adar 5770

Menschenkette

Am diesjährigen Gedenktag für die Opfer des alliierten Bombenangriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 blieb der Stadt ein von Rechtsextremisten geplanter Aufmarsch erspart. Eine Menschenkette, an der rund 10.000 Menschen teilnahmen, und eine massive Präsenz der Polizei hinderten die 5.000 angereisten Provokateure daran, ihren so genannten Trauermarsch abzuhalten. An der Menschenkette nahmen unter anderem auch das Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz-Joachim Aris und Generalsekretär Stephan J. Kramer teil. Aris und weitere 230 Dresdner Juden wurden seinerzeit durch den alliierten Angriff vor der für 16. Februar 1945 angesetzten Deportation durch die Nazis bewahrt. Nach dem Gedenktag begrüßte Kramer das Auftreten der Dresdner Bürger gegen den neonazistischen Aufmarsch. Indessen könne dies eine politische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus – eine Auseinandersetzung, die man in Sachsen scheue – nicht ersetzen.
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