10. Jahrgang Nr. 1 / 29. Januar 2010 – 14. Schwat 5770

Nachrichten

Rekordhalter

Es kommt nicht oft vor, dass Israel einen Weltrekord bricht. Just das ist aber am 8. Januar in dem zehn Kilometer westlich von Jerusalem gelegenen arabischen Dorf Abu Gosch passiert. Auf Initiative von Jawdat Ibrahim, Inhaber des „Abu-Gosch-Restaurants“, haben mehrere Dutzend Köche des für seine kulinarischen Genüsse bekannten Ortes die bisher größte Hummus-Platte der Welt aufgestellt. Ein Vertreter des britischen Guinness-Buchs der Rekorde bescheinigte den Küchenmeistern, mit genau 4.090 Kilogramm den bisherigen Rekord um nahezu das Doppelte übertroffen zu haben.
Dieses Ereignis feierten Hunderte Dorfbewohner und Gäste aus benachbarten jüdischen Wohnorten in der ausgelassenen Atmosphäre eines arabischen Volksfestes, Gesang, Straßentänze und Fahnenschwenken inklusive. Als Platte diente eine echte Satellitenschüssel, die sich die Köche von der Satellitenkommunikationsfirma SatLink im benachbarten TV-Sendezentrum Neve Ilan geliehen haben.
Nur zwei Monate zuvor hatten libanesische Köche mit knapp über zwei Tonnen Israel den Weltrekord für Hummus entrissen. Nun wollten die Köche von Abu Gosch die Hummus-Krone wieder nach Israel holen – ein unter der arabischen Minderheit des jüdischen Staates nicht alltäglicher Fall israelischen Patriotismus. Für den Fall, dass die Libanesen den neuen Rekord überbieten, steht man in Abu Gosch Kochlöffel bei Fuß. „Und wenn die Libanesen zehn Tonnen Hummus machen“ erklärte einer der beteiligten Köche selbstbewusst „richten wir zwanzig Tonnen an“.
wst

Aufpasser

Israelische Supermärkte verkaufen zu Pessach grundsätzlich keine Lebensmittel, die als Chametz (Gesäuertes) gelten und daher während des Übergangsfestes nicht genossen werden dürfen. Regale, in denen Chametz steht, werden mit großen Papierrollen verklebt. Dennoch schiebt der eine oder andere Laizist schon mal die Hand in den verbotenen Bereich, holt ein gesäuertes Produkt - beispielsweise eine Packung Nudeln - hervor und marschiert damit zur Kasse. Dort wird er zumeist auch bedienst, sei es weil die Kassiererin Ärger mit Kunden scheut, sei es, weil ihr die Regelwidrigkeit bei bestimmten Erzeugnissen nicht auffällt. Jetzt will das Oberrabbinat der Unsitte einen Riegel vorschieben - und zwar einen elektronischen. Laut einem Vorschlag der Rabbiner sollen Supermärkte alle Chametz-Produkte mit einem besondern Strichcode versehen, der über Pessach von elektronischen Kassen nicht eingelesen werden kann. Damit wäre es den Geschäften allein schon technisch nicht möglich, über Pessach Gesäuertes zu verkaufen.
wst