10. Jahrgang Nr. 1 / 29. Januar 2010 – 14. Schwat 5770

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums von Rabbiner Dr. Joel Berger

AW HARACHAMIM (Hebräisch)

Vater des Erbarmens. Gebet nach aschkenasischem Ritus für die meisten Schabbattage nach der Toravorlesung wie auch nach der Jiskor-Zeremonie (Seelenfeier). Es wird der Opfer der Kreuzzüge in den deutschen Gemeinden des Rheinlandes im 11. und 12. Jahrhundert gedacht.

AZERET (Hebräisch)

Abschluss, Vollendung. Bezeichnung für das Schawuotfest (Wochenfest) im Talmud, denn mit diesem Fest der Offenbarung am Berge Sinai, der Übergabe der Tora, erfuhr die Befreiung aus Ägypten ihre Vollendung. Der achte Tag nach dem Sukkotfest wird Schemini Azeret, Abschluss der Festperiode genannt.

BA’AL KORE (Hebräisch)

Der Vorleser aus der Torarolle in der Synagoge. Er trägt die Wochenabschnitte der Tora mit der traditionellen Melodie, gemäß den vorgegebenen und überlieferten besonderen Noten der Tora (Ta’amim) vor.

BA’AL SCHEM TOW (Hebräisch)

Akronym: Bescht. „Herr des guten Namens“. So wurde der in der Ukraine geborene Begründer des osteuropäischen Chassidismus, Rabbi Israel ben Elieser (ca.1700-1760) genannt.

BA’AL TOKEA (Hebräisch)

„Meister des Schofarblasens“. Gemeindebeamter oder Gemeindemitglied mit frommem Lebenswandel, der um und zu Rosch Haschana sowie am Ausgang von Jom Kippur mit den in der Tora und rabbinischen Tradition vorgeschriebenen Tönen den Schofar erklingen lässt.