10. Jahrgang Nr. 1 / 29. Januar 2010 – 14. Schwat 5770

Nachrichten

Falsches Signal

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, hat die Bundesregierung aufgefordert, die drastische Kürzung der Gelder für die Integration jüdischer Zuwanderer rückgängig zu machen. Es sei „ein ganz falsches Signal zur falschen Zeit“, wenn die bisher erfolgreiche Integrationsarbeit der jüdischen Gemeinden in Deutschland durch fehlende Zuschüsse verhindert werde. Die jüdischen Gemeinden hätten bei den Zuwanderern aus dem Osten beachtliche Erfolge bei der Eingliederung erzielt. Dies sei eine „ganz große Erfolgsstory“, sagte Dr. Graumann der Nachrichtenagentur DAPD. Für viele kleine jüdische Gemeinden sei die finanzielle Unterstützung bei der Integrationsarbeit schon fast überlebenswichtig. Der Zentralrat zweifele aber nicht daran, betonte Dr. Graumann, dass auch die neue Bundesregierung die bewährte Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinschaft fortsetzen werde.
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Mitarbeit wieder aufgenommen

Der Zentralrat der Juden in Deutschland nimmt seine Mitarbeit an der Stiftung Sächsische Gedenkstätten vorläufig wieder auf. Wie der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, erklärte hänge eine dauerhafte Mitarbeit indessen von substanziellen Änderungen des Stiftungsgesetzes ab, die noch in der laufenden Legislaturperiode in Kraft treten müssten. 2004 hatten der Zentralrat der Juden und weitere vier Verbände von Opfern der Nationalsozialisten ihre Mitarbeit unter Protest aufgekündigt. Aus ihrer Sicht war nicht hinnehmbar, dass in der Satzung die Nazi-Verbrechen mit denen des DDR-Regimes gleichgesetzt werden. Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Prof. Salomon Korn, hatte wiederholt vor einer Vermischung der NS-Verbrechen mit der Aufarbeitung der SED-Gewaltherrschaft gewarnt.
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