9. Jahrgang Nr. 12 / 18. Dezember 2009 – 1. Tewet 5770

Nachrichten

Flucht aus dem Jemen

Die Kriegshandlungen im Jemen, bei denen schiitische Rebellen gegen jemenitische Regierungstruppen kämpfen, lassen die winzige noch im Lande verbliebene jüdische Gemeinschaft weiter schrumpfen. Gegenwärtig wird die Zahl der Juden im Jemen auf rund 400 geschätzt. Ein Großteil der jüdischen Einwohner lebt in der 80 Kilometer von der Haupstadt San‘a gelegenen Stadt Raidah und damit im Kampfgebiet. Dort aber sind Juden gefährdet und wiederholten Übegriffen moslemischer Extremisten ausgesetzt. Die Regierung sieht sich nicht imstande, die Juden von Raidah zu beschützen. Zwar hat sie nach der Ermordung eines Rabbiners vor einem Jahr eine kleinere Gruppe jüdischer Stadtbewohner nach San‘a umgesiedlet. Indessen schloss sich damals nur eine Minderheit der Juden von Raidah der Umsiedlugsaktion an.
Stattdessen zogen es 110 Juden im vergangenen Jahr vor, ins Ausland – vor allem in die USA und nach Israel - auszuwandern. Angesichts der Lebensgefahr, in der die jüdische Bevölkerung schwebt, verhalf die US-Regierung in einer Geheimperation sechzig Betroffenen zur Flucht. Angesichts der anhaltenden Gefährdung planen der Vernehmen nach weitere einhundert Juden die Emigration. Auf längere Sicht gilt die Position der Juden von Raidah als unhaltbar. Deshalb wird erwartet, dass ein Großteil auswandert oder aber in die sicherere Hauptstadt des Landes umzieht. In jedem Fall scheint damit das letzte Kapitel der Jahrtausende langen Geschichte jemenitischer Jude geschrieben zu werden. Laut einer Überlieferung haben sich erste Juden während der Herrschaft von König Salomo, also vor rund dreitausend Jahren, im Jemen niedergelassen. Historische Belege für jüdisches Leben im Jemen lassen sich ins dritte Jahrhundert nach der Zeitenwende datieren. Noch vor sechzig Jahren hatten 50.000 Juden im Jemen gelebt. In den Jahren 1949 und 1950 wanderten fast alle von ihnen in den neugegründeten Staat Israel aus.
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Touristen

Russische Touristen stellen die zweitgrößte Gruppe ausländischer Gäste dar, die Israel besuchen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 stellten Bewohner der Russischen Föderation 14 Prozent aller ausländischen Touristen, die dem jüdischen Staat ihre Reverenz erwiesen haben. Mit einem Anteil von 21 Prozent konnten nur die USA dieses Ergebnis überbieten. Mehr als das: Während die Zahl der Israel-Reisenden aus den meisten Ländern im Jahre 2009 zurückging, legte der Besucherzustrom aus Russland um 15 Prozent zu und erreichte zwischen Januar und Oktober 320.000 Personen. Auf den Rängen drei und vier folgten Frankreich und Großbritannien. Mit einem Besucheranteil von 5,6 Prozent belegte Deutschland den fünften Platz. Es folgten Italien, Polen und die Ukraine. Allerdings brach der Touristenstrom aus der Ukraine gegenüber dem Vorjahr mit einem Minus von 45 Prozent dramatisch ein.
wst