9. Jahrgang Nr. 11 / 20. November 2009 – 3. Kislew 5770

Vom Unterrichtsprogramm gestrichen

Die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah hat eine englischsprachige Privatschule in Beirut gezwungen, ein Lesebuch mit Auszügen aus dem Tagebuch von Anne Frank vom Unterrichtsprogramm zu streichen. In einem Bericht des Hisbollah-Fernsehsenders Al-Manar wurde die Lektüre der Texte als ein „de-facto-Schritt zur Normalisierung der Beziehungen“ mit Israel gegeißelt. Das aber, so ein von Al-Manar interviewtes Mitglied des libanesischen „Komitees für den Boykott zionistischer Produkte“, sei nach libanesischem Recht verboten. Zudem müsse einer „zionistischen Unterwanderung des libanesischen Erziehungswesens“ vorgebeugt werden. Die Tatsache, dass die 1945 in Bergen-Belsen gestorbene Anne Frank keine Israelin war und das Buch nicht in Israel verlegt wurde, war aus der Sicht der Hisbollah irrelevant. Um keine Rache der Schiiten-Miliz zu riskieren, kündigte die Schulleitung an, das Lesebuch künftig nicht mehr zu benutzen.
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