9. Jahrgang Nr. 11 / 20. November 2009 – 3. Kislew 5770

In Freude ernten

Jüdische Kultus-Gemeinde Essen feierte ihr Jubiläum

Am 29. Oktober feierte die Jüdische Kultus-Gemeinde Essen ihr fünfzigjähriges Jubiläum. Unter reger Beteiligung, auch der politischen Prominenz, erinnerte die Gemeinde an die ihre Wiederbegründung im Jahre 1959. Damals war der Neuanfang schwer. In der NS-Zeit waren 2.500 Essener Juden ermordet worden. Daraus, so der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, erwachse auch heute die Verantwortung für ein „Nie wieder“. Dennoch hat die Gemeinde fest Fuß gefasst. Heute zählt sie rund 900 Mitglieder – größtenteils Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Zu ihnen zählt auch der Gemeindevorsitzende Jewgenij Budnizkij. Im vergangenen Jahr wurde in Essen zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert eine jüdische Hochzeit gefeiert.
Das Wachstum der Gemeinde bezeichnete die Präsidentin des Landtags von Nordrhein-Westfalen, Regina van Dinther denn auch als ein „kleines Wunder“.

Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß würdigte die Bedeutung jüdischen Lebens in der Stadt. Paß hob die wichtige Rolle hervor, die die Jüdische Kultus-Gemeinde bei der Integration der Zuwanderer in die jüdische Religionsgemeinschaft wie in das soziale Leben der Stadt spielt. Indessen bedauerte er, dass antisemitisches Gewaltpotenzial ständige Polizeipräsenz vor den Gemeindeeinrichtungen erforderlich macht. Unter dem Strich aber zogen die Anwesenden eine positive Jubiläumsbilanz. Passend dazu schmückten Worte des Psalms 126 das Feierprogramm. Dort heißt es unterem: „Ha-Sor’im be-Dim’a be-Rina jiktzoru“ - Die mit Tränen säen, werden in Freude ernten.
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