9. Jahrgang Nr. 11 / 20. November 2009 – 3. Kislew 5770

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums von Rabbiner Dr. Joel Berger

ARWIT oder MAARIW (Hebräisch)

Abendgebet. Eines der traditionellen Tagesgebete. Gemäß der Exegese (Schrifterklärung) wurde es vom Erzvater Jakob eingeführt. Die beiden Hauptteile sind das Schemagebet und die Amida (siehe dort).

ASCHKENAS (Hebräisch)

Name eines biblischen Volkes in der Tora. Es wird auf den Sohn Jefets (Noachs Enkel), Aschkenas, zurückgeführt. Die Exegese (Raschi) identifiziert damit Deutschland. Im übertragenen Sinne werden europäische und nordamerikanische Juden Aschkenasim (Plural) genannt und zwar im Gegensatz zu den sefardischen Juden. Diese stammen zumeist von der Iberischen Halbinsel sowie aus Nordafrika, der Türkei und Südosteuropa.

ATARA (Hebräisch)

1) Krone; 2) weiblicher Vorname biblischen Ursprungs. (1. Chronik. 2:26: „Und Jerachmiel hatte noch ein anderes Weib, die hieß Atara.“); 3) Toraschmuck in Form einer Krone, als Aufsatz, da die Tora die Krönung von G-ttes Geist ist.

AW (Hebräisch)

Mit vollem Namen Menachem Aw: fünfter Monat des jüdischen Kalenders. Der Trauer- und Fasttag Tisch’a Beaw fällt auf den 9. Tag dieses Monats. Dies ist der Gedenktag an die Zerstörung des Ersten und des Zweiten Heiligtums in Jerusalem sowie die Vernichtung der jüdischen Eigenstaatlichkeit (im Jahre 586 vor beziehungsweise 70 nach der Zeitenwende).