Düsseldorf – Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf
hat am Mittwoch den Kölner Künstler Günter Demnig mit der
Josef-Neuberger-Medaille geehrt. Mit seiner „Stolperstein“-Aktion,
die an ermordete Jüdinnen und Juden erinnere, habe sich der Aktionskünstler um
die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht. Demnigs Pflasterstein große
Bronzeplaketten, die in den Bürgerstein vor Hauseingängen eingelassen werden,
sollen an ehemaligen Bewohner dieser Häuser erinnern, die deportiert und
ermordet wurden. Die Aktion ist nicht unumstritten innerhalb der jüdischen
Gemeinschaft und auch des Zentralrats der Juden in Deutschland. Trotzdem ist
die künstlerische Privatinitiative sehr erfolgreich. Inzwischen hat der Gunter
Demnig 20.400 bronzene „Stolpersteine“ im gesamten Bundesgebiet
aber auch im Ausland verlegt. Die Aktion wird durch private Spender getragen,
die als Paten die „Stolpersteine“ mit den Namen, Geburtsdaten und
dem Schicksal der betreffenden Personen finanzieren. Die Jüdische Gemeinde
Düsseldorf ehrt seit 1991 mit der Josef-Neuberger-Medaille nicht-jüdische
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich um die jüdische Gemeinschaft
verdient gemacht haben. Unter den Preisträgern sind die früheren
Bundespräsidenten Johannes Rau (SPD) und Roman Herzog (CDU) und im vergangenen
Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). (24.09.2009)