9. Jahrgang Nr. 8 / 28. August 2009 - 8. Elul 5769

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums von Rabbiner Dr. Joel Berger

AMIDA (Hebräisch)

Stehen. Eines der wichtigsten Tagesgebete. Auch „Schmone Essre“ genannt. Es wird täglich drei Mal andachtsvoll, stehend, in östliche Richtung gewendet gesprochen. Ursprünglich aus achtzehn Segenssprüchen bestehend. Von den Gelehrten des Sanhedrin in Jawne nach der Zerstörung des Zweiten Tempels verfasst. Den 19. Segensspruch, als Schutz gegen Verleumder, verfasste Schmuel Hakatan im Auftrag von Rabban Gamliel. Im Gemeindeg-ttedienst wird es am Morgen- und Nachmittagsgebet vom Vorbeter laut wiederholt. Am Schabbat und am Feiertag besteht die Amida nur aus sieben Segenssprüchen.

AMORA, AMORÄER (Aramäisch)

Sammelname für die gelehrten Rabbinen des Talmuds. Diese Rabbinen erläuterten und interpretierten die mündliche Überlieferung nach der Epoche der Mischna, der nachbiblischen Lehre (2.-3. Jhdt. n. d. Z.) Die meisten Amoräer wirkten an den Hochschulen von Babylonien (heute Irak) andere lehrten im Heiligen Land. Ihre verbindlichen Entscheidungen regelten das geistlich-religiöse Leben unseres Volkes.

ANI MA’AMIN (Hebräisch)

Ich glaube. Die dreizehn Glaubensartikel des Judentums, verfasst vom RAMBAM (Maimonides 1135-1204). Alle Artikel beginnen mit den Worten: „Ich glaube fest an…“ Der 12. Artikel wurde als populäres Lied gestaltet. Es verkündet den festen Glauben an das Kommen des Erlösers, Maschiach.

ANTISEMITISMUS/ANTIJUDAISMUS

Vorurteilsvoller, verbissener Judenhass in vielen Ländern der Welt. Im Mittelalter stifteten Angehörige der Kirchen zum Mord und zu Pogromen gegen unsere wehrlosen Ahnen an. Später versuchten die jeweiligen Herrschenden, von den sozialen Problemen und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten durch forcierten Judenhass abzulenken. In jüngster Zeit erscheint der Antisemitismus im „Gewand“ der Israelfeindlichkeit.

APIKORES (Griechisch, Umgangssprache)

Dem klassischen, griechischen Philosophen Epikuros (Athen, 341-270 v. d. Z.) „verdanken“ wir die Bezeichnung jener Juden, die G-tt leugnen und sich nur dem genusssüchtigen Leben widmen.