5. Jahrgang Nr. 3 / 24. März 2005 - 13. Adar II 5765

Resolution zur Zuwanderung und Integration

Das Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland hat sich auf seiner Sitzung am 20.02.2005 eingehend mit der Frage der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion beschäftigt.

Forderungen nach einer Einschränkung der bisherigen Zuwanderungspraxis werden als unbegründet zurückgewiesen. Das deutsche Programm zur Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion steht in der langjährigen Tradition der Bundesrepublik Deutschland, sich ihrer moralischen Verantwortung aus der Zeit der Nazi-Diktatur zu stellen. Die Zuwanderung von Juden in die Bundesrepublik Deutschland ist nicht nur eine Chance, sondern auch ein Vertrauensbeweis für dieses Land.

Auch die Stärkung der jüdischen Gemeinden und des jüdischen Lebens in Deutschland verlangt nach einer Fortsetzung des Verfahrens. Darüber hinausgehend ist der deutsche Staat aber dazu aufgerufen, seiner Verpflichtung zur aktiven Integration der Zuwanderer mehr als bisher Rechnung zu tragen. Die Anerkennung von Berufsabschlüssen und Ausbildungszeugnissen, die Unterstützung mit qualifizierten und intensiven Sprachkursen und Weiterbildungsmaßnahmen sind einige wichtige und dringend überfällige Maßnahmen.

Deutschland ist längst ein Einwanderungsland. Maßgebend für den abschließenden Erfolg der Zuwanderung sind aber intensivere staatliche Integrationsmaßnahmen. Die jüdischen Gemeinden werden ihren Teil zur erfolgreichen Integration auch weiterhin, im Rahmen der zur Verfügung gestellten Mittel, beitragen.