09.07.2009

„NS-Verbrecher Faber gerechter Strafe zuführen!"

Pressemitteilung von Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland

Die Tatsache, dass ein in den Niederlanden zu lebenslanger Haft verurteilter NS-Kriegsverbrecher bis heute weder ausgeliefert noch in Deutschland einer gerechten Strafe zugeführt worden ist, bezeichnet die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. h. c. Charlotte Knobloch als skandalös. Seit der Flucht aus dem Gefängnis im holländischen Breda 1952 lebt Klaas Carel Faber, einer der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher auf der Simon-Wiesenthal-Liste, unbehelligt von den Strafverfolgungsbehörden in Deutschland.

Dieser Fall belege, so die Zentralratspräsidentin, wie milde die deutsche Nachkriegsjustiz mit mutmaßlichen und sogar mit rechtskräftig verurteilten NS-Kriegsverbrechern umgegangen sei. Es sei unfassbar, dass sich Faber bis heute unter Berufung auf einen Hitler-Erlass aus dem Jahr 1943 einer Auslieferung in die Niederlande entziehen konnte. Ebenso unfassbar sei, dass Faber auch in Deutschland für seine Taten nie zur Rechenschaft gezogen worden sei. „Die zuständigen Instanzen sind dringend gefordert, den Fall Faber wieder aufzunehmen und den verurteilten NS-Kriegsverbrecher auszuliefern oder in Deutschland ein Verfahren einzuleiten."

München, den 9. Juli 2009