15.02.2005

Protest gegen Duma-Abgeordnete

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte erstmals laut und deutlich von der Judenfeindlichkeit in seinem Land gesprochen. Während der Feierlichkeiten in Polen zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 2005 hat er ausdrücklich das antisemitische Verhalten einiger russischer Parlamentarier verurteilt. Hintergrund ist ein Brief, den 19 nationalistische und kommunistische Duma-Abgeordnete unterzeichnet haben. Dieser Brief enthält Hasstiraden gegen das "internationale Judentum", die in dem Vorwurf gipfeln, die "antichristliche und menschenfeindliche" jüdische Religion führe zu Ritualmorden. In einer Resolution verurteilte die Duma das Schreiben. Nach einer neuen Umfrage sind 42 Prozent der Russen der Meinung, die Juden müssten von der Macht fern gehalten werden. 59 Prozent unterstützen die Parole: "Russland den Russen!" Der Europäisch Jüdische Kongress (EJC) forderte in diesem Zusammenhang die EU auf, jeglichen Kontakt zu den Unterzeichnern des Briefes zu vermeiden und ihr Benehmen aufs schärfste zu verurteilen.