08.01.2005

EJC zu Gesprächen in Straßburg

Im Januar fand in Straßburg ein Treffen führender Vertreter des Europäisch Jüdischen Kongresses (EJC) und der EU statt. EJC-Präsident Cobi Benatoff, EJC- und WJC-Vize-Präsidentin Charlotte Knobloch sowie EJC-Generalsekretär Serge Cwajgenbaum sprachen unter anderem mit EU-Generalsekretär Javier Solana über den ansteigenden Antisemitismus in Europa, die bevorstehende EU-Resolution gegen Antisemitismus, die Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, die Beziehungen zwischen Europa und Israel sowie die aktuelle politische Situation im Nahen Osten. Hier setzte sich die EJC-Delegation dafür ein, die Hisbollah in die EU-Liste der Terrororganisationen aufzunehmen. In Mittelpunkt des Gesprächs mit dem EU-Vorsitzenden der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und europäischer Demokraten, Hans Gert Pöttering, ging es vor allem um den EJC-Vorschlag, ein Forum bestehend aus Justiz-, Innen- und Erziehungsministern des EU-Parlaments zur Bekämpfung des Antisemitismus zu gründen. Pöttering hält die Lösung des Nahostkonflikts für einen entscheidenden Faktor bei dem Kampf gegen Antisemitismus. Im Gespräch mit Charlotte Knobloch über den Anstieg des Antisemitismus in Deutschland und die Beziehungen zur muslimischen Bevölkerung in Europa, machte Pöttering deutlich, dass die muslimische Gesellschaft das Recht habe, sich innerhalb der Regeln von Toleranz und gegenseitigem Respekt auszudrücken. Bei der Begegnung mit dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei, Martin Schulz, stand ebenfalls der Kampf gegen Antisemitismus auf der Tagesordnung. Schulz unterstrich nochmals den Widerstand der Sozialdemokraten, mit dem französischen Parlamentsmitglied Jean-Marie Le Pen zusammenzuarbeiten sowie die Notwendigkeit, die Kontakte zu Israels Premierminister Ariel Sharon und zu Mahmud Abbas zu vertiefen.