9. Jahrgang Nr. 5 / 22. Mai 2009 - 28. Ijar 5769

Nachrichten

Suche nach KZ-Massengrab bisher erfolglos

Die dreiwöchige Suche nach Gebeinen von 753 ermordeten jüdischen KZ-Häftlingen im südbrandenburgischen Jamlitz ist vorerst beendet. „Wir haben nicht gefunden, was vermutet wurde, es wurden keine Gebeine entdeckt“, sagte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) in Potsdam. Dort wurde das bundesweit größte Massengrab jüdischer Opfer von KZ- Außenlagern vermutet. Über die Ergebnisse der Grabungen werde erst nach Auswertung der Befunde informiert. Denkmalpfleger und Archäologen des Landesamtes hatten auf einer 5000 Quadratmeter großen „Hauptverdachtsfläche“ in Jamlitz nördlich von Cottbus gearbeitet. Die KZ-Häftlinge waren im Februar 1945 erschossen worden. Der Zentralrat der Juden hält die weitere Suche nach dem Massengrab von 753 jüdischen KZ-Häftlingen für unbedingt erforderlich. Für ihn sei der Tatort der SS-Schergen mit Blut getränkte Erde und deshalb heilig, hieß es. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat inzwischen angekündigt, die Grabungen später fortzusetzen.
dpa

Begegnungszentrum gegen Antisemitismus eröffnet

In der märkischen Ortschaft Gollwitz ist Ende April eine Jugendbegegnungsstätte gegen Antisemitismus eröffnet worden. Ziel der Bildungseinrichtung im ehemaligen Schloss Gollwitz ist es, durch gemeinsame Bildungs- und Kulturprojekte von jüdischen und nicht-jüdischen Jugendlichen die Ausbreitung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu bekämpfen. An der Eröffnungsfeier nahmen neben dem Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), auch Josef Schuster vom Präsidium des Zentralrates der Juden in Deutschland und der israelische Botschafter Yoram Ben-Zeev teil. Er wünsche dem Haus, dass sich dort junge Leute in Fröhlichkeit und Herzlichkeit begegneten, sagte Josef Schuster in seiner Ansprache.
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Europamedaille für Charlotte Knobloch

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland ist mit der Bayerischen Europamedaille ausgezeichnet worden. Charlotte Knobloch werde damit für ihr Engagement bei der „Vernetzung der deutschsprachigen jüdischen Gemeinden in Europa“ geehrt, sagte Emilia Müller (CSU), Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, bei der Preisverleihung in München. Seit 1990 vergibt die bayerische Staatskanzlei die Medaille für besondere Verdienste im vereinten Europa. 201 Personen wurden bislang damit geehrt.
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