9. Jahrgang Nr. 5 / 22. Mai 2009 - 28. Ijar 5769

Knobloch begrüßt Auslieferung des NS-Kriegsverbrechers Demjanjuk

Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, begrüßt die Auslieferung des mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk nach Deutschland.
Mit der Auslieferung Demjanjuks habe die Staatsanwaltschaft München einen ersten wichtigen Erfolg erzielt, um vermutlich einen der letzten noch lebenden mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher vor einem deutschen Gericht zur Rechenschaft zu ziehen. Nach seiner Abschiebung aus den USA sitzt Demjanjuk seit dem 12. Mai in München in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft will in wenigen Wochen Anklage gegen den gebürtigen Ukrainer erheben. Er soll 1943 im Vernichtungslager Sobibor Beihilfe zum Mord an mindestens 29 000 Juden geleistet und die Menschen in die Gaskammern getrieben haben.
Die Zentralratspräsidentin betont, dass der Prozess gegen Demjanjuk auch einen hohen symbolischen Stellenwert habe. „Es geht nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit für jene Verbrechen, die dem mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher von der Staatsanwaltschaft München zur Last gelegt werden“, sagt Charlotte Knobloch. „Gerade für Überlebende der Shoa ist es unerträglich mit ansehen zu müssen wie mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher, die keine Gnade für ihre Opfer kannten, Mitleid für sich einfordern oder gar eine Auslieferung mit Folter gleichsetzen. Ein Vergleich, der völlig unzulässig ist.“
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