
Oberkantor Estrongo Nachama entzündet die Chanukka-Kerzen in der Jüdischen Gemeinde, Berlin, 5.12.1999, Foto: R.Bäcker/version
Am 25. Kislew beginnt das achttägige Tempelweihfest (Chanukka),
das zu den freudigen Gedenktagen gehört, nicht zu den biblisch
vorgeschriebenen Feiertagen. Es erinnert an den erfolgreichen Aufstand
der Makkabäer gegen die syrische Herrschaft und die im Jahre 165 v.u.Z.
erfolgte Wiedervereinigung des geschändeten Tempels in Jerusalem. Es
wird überliefert, daß man in dem von den Syrern entweihten Heiligtum
nur einen einzigen unversehrten Ölkrug fand, dessen Inhalt
normalerweise nur für einen Tag Brennstoff für den siebenarmigen
Tempelleuchter gereicht hätte. Aber durch ein Wunder soll dieses
geringe Ölquantum für acht Tage genügt haben, so daß inzwischen neues
reines Öl hergestellt werden konnte. Um
dieses Wunders zu gedenken, werden sowohl in der Synagoge als auch zu
Hause Lichter angezündet. Das geschieht nach Einbruch der Dunkelheit;
nur am Freitagabend muß es natürlich früher erfolgen, um das
sabbatliche Werkverbot nicht zu übertreten. Üblicherweise wird heute
ein achtarmiger Leuchter (Menora) verwendet. Am ersten Abend wird ein
Licht angezündet, am zweiten zwei Lichter, bis dann am achten Tag alle
Lichter brennen. Aufgesteckt werden die Kerzen von rechts nach links;
angezündet werden sie so, daß stets das neu hinzugekommene Licht als
erstes an die Reihe kommt. Arbeiten ist am Chanukkafest gestattet,
doch während die Kerzen brennen – sie sollen so groß sein, daß sie das
mindestens dreißig Minuten lang tun – pflegt man nicht zu arbeiten...
Vielfach vergnügt man sich während des Brennens der Lichter mit
Spielen.