9.Jahrgang Nr. 4 / 24. April 2009 - 30. Nissan 5769

Kritik am Verhalten bei Demjanjuk-Auslieferung

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, hat das Verhalten Deutschlands im Zusammenhang mit der Auslieferung des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk kritisiert. Obwohl ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft München gegen Demjanjuk vorliege, habe Deutschland offiziell noch keinen Auslieferungsantrag in den USA gestellt. „Wenn Deutschland es ernst meint mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, dann muss der Antrag gestellt werden“, sagte Kramer. Nicht Rache dürfe das Motiv für einen Prozess vor einem deutschen Gericht sein, sondern es gehe darum, zu zeigen, dass auch rangniedrige Beteiligte an den NS-Gräueltaten zur Rechenschaft gezogen werden.
hud