
Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegel in der Laubhütte der Jüdischen Gemeinde Chemnitz
Am
15. Tischri beginnt das Laubhüttenfest (Sukkot), das dritte in den
Reihe der Wallfahrtsfeste. Es dauert neun bzw. sieben Tage, da der
achte Tag, das sogenannte Schlußfest (Schemini Azeret), als
selbständiger Feiertag angesehen wird; der neunte Tag, der
Torafreudenfest (Simchat Thora) heißt, ist der zweite Tag dieses
Schlußfestes, der nur in der Diaspora begangen wird.
Sukkot
ist das „Fest des Einsammelns“, ein Dankfest für das Einbringen der
Ernte, vor allem der Obst- und Weinernte; zugleich erinnert Sukkot an
die Wüstenwanderung der Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten und an
das Wohnen in unfesten Hütten während dieser Periode. Die doppelte
Bedeutung des Festes symbolisiert einerseits der Feststrauß, der am
Vormittag im Gottesdienst vewendet wird, andererseits das Gebot,
während dieser Tage in einer Hütte (Sukka) zu wohnen.
Der
Feststrauß (Lulaw) besteht aus einem Zweig der Dattelpalme, drei
Myrten- und zwei Bachweidenzweigen, die zu einem Gebinde vereinigt
sind, sowie aus der Zitrusfrucht, dem Etrog, einer Zitronenart.
Der
erste und der zweite Tag Sukkot sind Feiertage, die darauffolgenden
Tage (3. - 7. Tag) Halbfeiertage. Der siebente Tag hat allerdings eine
besondere religiöse Bedeutung und führt einen eigenen Namen: Hoschana
rabba. Dieser Tag gilt als Gerichtstag über das Wasser, als der Tag, an
dem von Gott über den lebenden Regen beschlossen wird, der ja im
Vorderen Orient nur während des Winterhalbjahres fällt.
Für
Sukkot ist charakteristisch das biblische Gebot, in einer Hütte zu
wohnen, einem unfesten Gebäude. Die Hütte muß so beschaffen sein, daß
sie kein festes Dach besitzt; vielmehr ist sie mit Zweigen, Stroh und
Reisig gedeckt, und zwar so dicht, daß bei Sonnenschein die schattigen
Stellen im Innern überwiegen, und so locker, daß nachts die Sterne
hindurchschimmern. Die Laubhütte wird möglichst wohnlich ausgestattet
und schön ausgeschmückt. In unseren Breiten wird das Gebot, in der
Hütte zu wohnen, insofern erleichtert, als nur die Mahlzeiten in ihr
eingenommen werden sollen, denn es kann in dieser Jahreszeit ja bereits
recht kühl sein.