9. Jahrgang Nr. 3 / 27. März 2009 - 2. Nissan 5769

Mehr finanzielle Hilfe für Holocaust-Opfer

Jüdische Schoa-Überlebende in Osteuropa erhalten ab Januar 2010 höhere Beihilfen aus Deutschland. Die „Conference on Jewish Material Claims Against Germany“ (Jewish Claims Conference, JCC) hat mit der Bundesregierung vereinbart, dass Schwerstverfolgte aus dem Mittel- und Osteuropa-Fonds 240 Euro monatlich erhalten werden. Die Erhöhung betreffe 13.000 Schoa-Überlebende aus 22 Ländern. Gleichzeitig hat die JCC mit der Bundesregierung eine Vereinbarung über einen Härteausgleich für diejenigen Opfer getroffen, deren Anträge beim Hardship Fund der Claims Conference in der Vergangenheit abgelehnt worden waren. Der Hardship Fund wurde 1980 eingerichtet, um jüdischen NS-Opfern, die nach Ablauf der Fristen des Bundesentschädigungsgesetzes aus Osteuropa zugewandert waren, eine Einmalzahlung zu ermöglichen. Die Regelung galt nicht für NS-Opfer, die ihren Wohnsitz in einem Land des ehemaligen Ostblocks haben. Bei geänderter Ausgangslage hinsichtlich Alter und Gesundheitszustand oder bei Vorlage neuer historischer Nachweise konnte kein Zweitantrag gestellt, werden. Nach der jetzigen Vereinbarung ist er möglich.
Die Entscheidung der Bundesregierung betrifft mehrere Zehntausend Antragsteller in aller Welt, vor allem in Israel, Nordamerika und Deutschland. „Die Zahlungen werden zahlreiche bedürftige Überlebende erreichen und stellen eine Anerkennung ihres Leids dar”, erklärte Georg Heuberger, der Repräsentant der JCC in Deutschland. Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch begrüßte die Vereinbarung. Damit werde eine „langjährige Gerechtigkeitslücke“geschlossen. „Tausende jüdische NS-Opfer aus Osteuropa sind davon betroffen. Das ist als großer Verhandlungserfolg der Claims Conference zu bewerten. Dass dies gerade in Zeiten der globalen Finanzkrise möglich wird, ist besonders bemerkenswert”, erklärte Charlotte Knobloch. Weitere Information: Claims Conference, Telefon: 069/970 70 80 oder www.claimscon.de.
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