9. Jahrgang Nr. 3 / 27. März 2009 - 2. Nissan 5769

Zentralrat reagiert auf Papst-Brief mit „Respekt und Hochachtung”

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit „Respekt und Hochachtung“auf den öffentlich gewordenen Brief des Papstes an die katholischen Bischöfe reagiert. Das Schreiben, in dem Benedikt XVI. Fehler und Pannen bei der Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Pius-Bruderschaft einräumt, sei eine besondere Geste, sagte Generalsekretär Stephan J. Kramer. Auch würdigte er den Tonfall und das in dem Brief deutlich werdende persönliche Engagement des Papstes. Von jüdischer Seite bestehe kein Zweifel am Geist der Versöhnung und den hehren Absichten des katholischen Kirchenoberhauptes, betonte Kramer. Allerdings gäbe es weiter einen Dissens, was den Umgang mit der Pius-Bruderschaft betreffe. Nach seinem „gewiss laienhaften Verständnis”, so Kramer, dürfe diese antidemokratische und extremistische Organisation keinen Platz in der katholischen Kirche haben. „Sie hetzen nach wie vor weiter, erklärte der Generalsekretär mit Blick auch auf die deutschen Oberen der Bruderschaft. Auch der Jüdische Weltkongress (WJC) begrüßte den offenen Brief von Papst Benedikt XVI. Das Kirchenoberhaupt habe zu den Aussagen des Traditionalisten-Bischofs „unmissverständliche Worte“gefunden, lobte WJC-Präsident Ronald S. Lauder in New York.
kna/zu