9. Jahrgang Nr. 2 / 27. Februar 2009 - 3. Adar 5769

Nachrichten

Antidiffamierungsliga: Antisemitismus steigt

Der Antisemitismus in Europa ist laut der jüdischen Antidiffamierungsliga stark gestiegen. Bei einer Erhebung in sieben europäischen Ländern habe sich ergeben, dass fast ein Drittel der Befragten, Juden für die globale Wirtschafts- und Finanzkrise verantwortlich machten, berichtete die Liga. Eine noch größere Gruppe (40 Prozent) habe die Ansicht vertreten, dass Juden zu viel wirtschaftliche Macht hätten. Am höchsten habe dieser Anteil in Spanien mit 74 Prozent gelegen. Befragt wurden je 500 Personen in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Ungarn, Polen und Spanien.
zu/kna

Erfolg für Jüdische Hochschule

Der Wissenschaftsrat hat den Antrag des Landes Baden-Württemberg auf institutionelle Akkreditierung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (www.hfjs.eu) positiv beschieden. Sie hat den Nachweis erbracht, dass ihre Leistungen in Lehre und Forschung den anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben entsprechen. Vornehmliches Ziel des Verfahrens ist die Sicherung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Hochschuleinrichtung. Im Bereich der Jüdischen Studien ist die Heidelberger Hochschule die einzige deutschlandweit, die dieses Gütesiegel erhalten hat. „Der Wissenschaftsrat hat eindrucksvoll das integrale Konzept der Neuaufstellung der Hochschule bestätigt. Es stellt gemeindebezogene Studiengänge einschließlich der Rabbinatsausbildung neben die wissenschaftsorientierten Programme“, sagte der Erste Prorektor, Prof. Dr. Johannes Heil.
zu

Lauder als Präsident des Jüdischen Weltkongresses bestätigt

Ronald S. Lauder (65), US-Unternehmer, ist als Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC) wiedergewählt worden. Die WJC-Vollversammlung bestätigte ihn Ende Januar in Jerusalem. Unter den neun Vizepräsidenten des Gremiums ist auch wieder die Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch.
kna

Limburgs Juden haben ein neues Bethaus

70 Jahre nach ihrer Zerstörung ist am 15. Februar in Limburg die neue Synagoge eingeweiht worden. Während der Zeremonie wurde die Tora in die Synagoge gebracht, die Teil des neuen Gemeindezentrums ist. Früher war das Gebäude eine Kirche. Der Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Hessen, Moritz Neumann, bezeichnet es als Wunder, dass es nach der Schoa wieder eine jüdische Gemeinde in der Lahnstadt gebe. Heute gehören 200 Menschen der Gemeinde in der Birkenallee an. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach von einer mutigen Entscheidung der Gemeinde, neue Wurzeln zu schlagen. „Jüdische Gemeinden gehören hierhin. Sie sind ein Teil dessen, was Deutschland ausmacht“, sagte Koch.
hud