Nachrichten
Zentralrat empört über Werbekampagne mit abgewandeltem Nazispruch
Frankfurt/Berlin – Großes Entsetzen hat die jüngste Werbekampagne von Tchibo und Esso beim Zentralrat der Juden in Deutschland ausgelöst. In Abwandlung der Redewendung „Jedem das Seine", mit der die Nationalsozialisten über dem Eingangstor des KZ Buchenwald die Insassen verhöhnt hatten, war mit dem Slogan „Jedem den Seinen" in 700 Tankstellen für Kaffee geworben worden. Als „nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit" oder ein Beispiel „totaler Geschichtsunkenntnis", bewertete Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats, die Werbeaktion. Solange es noch einen einzigen Menschen gebe, der bei dem Spruch an Buchenwald denke, sei es unmöglich, ihn zu verwenden. Dass es dennoch immer wieder geschehe, liege zu einem „erheblichen Anteil" am unzureichenden Geschichtsunterricht in bundesdeutschen Schulen, erklärte Korn der Frankfurter Rundschau. Nach Anfrage der Zeitung hatten Tchibo und Esso die Aktion unmittelbar gestoppt. Salomon Korn begrüßte die Entscheidung der Firmenleitungen. (14.01.2009)