8. Jahrgang Nr. 12 / 19. Dezember 2008 - 22. Kislew 5769

Neonazi- Attentat: Noch keine heiße Spur

Nach dem Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl gab es bis Redaktionsschluss am 17. Dezember noch keine Spur von dem vermutlich rechtsradikalen Täter. Zwei 26 und 27 Jahre alte Männer, die zunächst vorläufig festgenommen worden waren, wurden wieder freigelassen, weil Mannichl die beiden auf Fotos nicht als Täter hatte identifizieren können.. Mannichl war vor seinem Haus in Fürstenzell bei Passau niedergestochen worden. Die Ermittler vermuten einen Racheakt von Neonazis, nachdem die Passauer Polizei in diesem Jahr immer wieder gegen die rechtsextreme Szene vorgegangen war. Mannichl ist bekannt für sein konsequentes Vorgehen gegen Neonazis und gilt deswegen in der Szene als Hassfigur. Der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch sprach in Passau von einem heimtückischen Mordversuch. Der Täter sagte nach Walchs Angaben bei der Tat: “Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nicht mehr auf den Gräbern unserer Kameraden herum.
Zentralratspräsidentin, Charlotte Knobloch, hat den Mordanschlag auf den Polizeichef verurteilt. “Sollte sich die Annahme bewahrheiten, dass der Attentäter aus der rechtsextremistischen Szene stammt, haben wir es mit einer neuen Form von Gewalt zu tun, die ein härteres Vorgehen gegen Neonazis erfordert”, erklärte Knobloch. Die Tat löste eine neue Diskussion um einen möglichen neuen Verbotsantrag der rechtsextremistischen NPD aus. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) forderten ein rasches Verbot der NPD.
dpa/zu