8. Jahrgang Nr. 10 / 31. Oktober 2008 - 2. Cheschvan 5769

Nachrichten

„Effektiveres Vorgehen gegen den Rechtsextremismus"

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur forderte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, ein effektiveres Vorgehen gegen den Rechtsextremismus. Dieser sei eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft - „und nicht nur für die eine oder andere Minderheit". Es handele sich zudem nicht nur um ein ostdeutsches Problem, „die Brandherde in den alten Ländern möchten aber viele gerne überdecken und schönreden. Dabei wird vergessen, dass der Schwelbrand weiter um sich greift". Notwendig sei eine „gesamtdeutsche und frei von Parteipolitik beeinflusste Diagnose". Kramer betonte: „Panikmache ist genauso fehl am Platze wie die immer wieder zu beobachtende Verniedlichung aus Teilen des konservativen und liberalen Lagers." Die „Therapie" müsse dann nicht nur auf allen föderalen Ebenen sondern auch in allen Altersstufen ansetzen und vor allem zentral koordiniert werden. Rechtsextremismus sei „kein ausschließliches Problem von Jugendlichen". Auch die Medikation müsse flexibel und dosiert erfolgen, aktuell sei ein „Mix aus Prävention und Repression" erforderlich. Kramer: „Unsere Gesellschaft wird sich nie völlig vom Rechtsextremismus kurieren lassen, aber er lässt sich auf kleinem Niveau neutralisieren."
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Essen: Alte Synagoge wird „Haus jüdischer Kultur"

Die Alte Synagoge in Essen wird bis 2010 zu einem „Haus jüdischer Kultur" umgebaut. In der Einrichtung soll künftig den Besuchern ein Kennenlernen der jüdischen Kultur möglich sein. Die Kosten des Umbaus in Höhe von 7,4 Millionen Euro trage zu 80 Prozent das Land Nordrhein-Westfalen, für den Rest wollten private Sponsoren aufkommen. Derzeit fehlten noch 400 000 Euro an Spendengeldern.
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