04.09.2008

Zentralrat verteidigt Henryk M. Broder

Köln - In der Auseinandersetzung zwischen Henryk M. Broder und Evelyn Hecht-Galinski hat sich Charlotte Knobloch, Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, auf die Seite Broders gestellt. Zur Entscheidung des Kölner Landgerichts, das Broder untersagt hatte, Hecht-Galinski wegen ihrer Israel-Kritik des Antisemitismus zu beschuldigen, erklärte sie: „Ich möchte auf keinen Fall dieses Urteil kritisieren. Das steht mir nicht zu." Doch müsse Meinungsfreiheit auch für Broder gelten, so Knobloch in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Hecht-Galinski sei mit der Kritik an der israelischen Regierung „weit über ihr Ziel hinausgeschossen". Auch würde sie den Namen ihres Vaters benutzen, „um Aufmerksamkeit und offene Türen zu erreichen". Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats, sagte dem Berliner Tagesspiegel: „Wenn Frau Hecht-Galinski ihre Statements abgeben darf, muss das auch für die Kritik daran gelten." Dabei sei es „völlig nebensächlich, ob sich hier zwei Juden streiten oder nicht". (04.09.2008)