8. Jahrgang Nr. 8 / 29. August 2008 - 28. Av 5768

Nachrichten

Yad Vaschem beklagt Antisemitismus in Litauen

Der Leiter der Jerusalemer Gedenkstätte Jad Vaschem, Avner Shalev, zeigt sich besorgt über einen wachsenden Antisemitismus in Litauen. In einem öffentlichen Brief an den litauischen Premierminister Gediminas Kirkilas kritisiert Shalev, dass Behörden des Landes zur Partisanenvergangenheit jüdischer Holocaust-Überlebender im Zweiten Weltkrieg ermittelten. Trotz zahlreicher Proteste von Jad Vaschem und anderen Einrichtungen werde die juristische Verfolgung der betroffenen Personen fortgesetzt. Dies passe in ein Klima des wieder erstarkenden Revisionismus in Litauen, so Shalev. Nach Angaben der Gedenkstätte nahmen in der jüngsten Vergangenheit antisemitische Zwischenfälle in dem Baltenstaat zu. So seien kürzlich Gebäude jüdischer Organisationen in der Hauptstadt Vilnius mit Graffitis und Hakenkreuzen besprüht worden.
kna/zu

In Krefeld wird neues Gemeindezentrum eingeweiht

In Krefeld wird am 14. September das neue jüdische Gemeindezentrum eingeweiht. Nach fünf Jahren sind die Arbeiten an dem Neubaukomplex, in dessen Zentrum die neue Synagoge mit bis zu 300 Plätzen steht, beendet. Zur offiziellen Einweihung werden unter anderem die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, und der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (NRW), Jürgen Rüttgers (CDU), erwartet. Die Baukosten für das jüdische Gemeindezentrum beliefen sich auf rund zwölf Millionen Euro, an denen sich das Land NRW, die jüdische Gemeinde sowie zahlreiche Spender beteiligt haben. Fast genau 70 Jahre lang hatten die Krefelder Juden keine Synagoge. Die 1853 erbaute und 1903 erweiterte große Krefelder Synagoge in der Innenstadt an der Petersstraße war beim Novemberpogrom am 9. November 1938 zerstört worden. Das neue jüdische Gemeindezentrum in Krefeld wurde vom Verein „Stiftung Dr. Isidor Hirschfelder“ gebaut, der den Komplex an der Wiedstraße der Jüdischen Gemeinde Krefeld zur Verfügung stellte. Der Verein erinnert an den Krefelder Kinderarzt Dr. Isidor Hirschfelder, der sich unmittelbar vor seiner Deportation 1941 das Leben genommen hat. Der Rat der Stadt Krefeld hatte dem Verein im Juni 2003 das Grundstück in der Innenstadt übertragen. Die jüdische Gemeinde in Krefeld hat heute 1100 Mitglieder.
zu