8. Jahrgang Nr. 8 / 29. August 2008 - 28. Av 5768

„NPD verbieten und Schüler aufklären!"

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch begrüßt die erneute Forderung nach einem NPD-Verbotsverfahren, die anlässlich der Gedenkveranstaltung der Bundesregierung zum 20. Juli von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) e rhoben worden war.

Charlotte Knobloch ermutigt auch andere Politiker, ein Verbotsverfahren anzustreben und ruft zum Handeln auf: „Wir müssen die NPD verbieten, um die Umtriebe dieser braunen Banden zu verhindern. Wir dürfen es nicht zulassen, dass Rechtsextremisten und Neonazis ungehindert auf öffentlichen Plätzen ihre Propaganda verbreiten." Die Union lehnt einen weiteren Anlauf gegen die rechtsextreme Partei in Karlsruhe derzeit ab.

Vor diesem Hintergrund mahnt Charlotte Knobloch dringend an, dass der Nationalsozialismus an den Schulen ausführlich behandelt werden müsse. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland zeigt sich besorgt über den neuen bayerischen Lehrplan für das verkürzte Gymnasium G8. „Es kann nicht angehen, dass der Lehrplan nur sieben Geschichtsstunden für den Nationalsozialismus vorsieht. Die vorgesehene Stundenzahl reicht nicht aus, um alle wichtigen Facetten dieser Zeit tiefgründig zu beleuchten. Die Entrümpelung des Lehrplans darf nicht zu Lasten der Aufarbeitung dieser düsteren Vergangenheit gehen." Charlotte Knobloch fordert deshalb eine Überarbeitung des Lehrplans. dpa/zu