8. Jahrgang Nr. 8 / 29. August 2008 - 28. Av 5768

Zentralrat verlangt Verbot der «Heimattreuen Deutschen Jugend»

Die rechtsextreme «Heimattreue Deutsche Jugend» (HDJ) steht kurz vor einem Verbot. Die HDJ machte jetzt durch ein Zeltlager Schlagzeilen, in dem Kindern Nazi-Gedankengut nahegebracht wurde. Das Innenministerium hat schon mehrfach nach dem Vereinsgesetz Organisationen verboten, denen verfassungsfeindliche Ziele nachgewiesen werden konnten. Auch Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch verlangte, die HDJ zu verbieten. Nach ihrer Einschätzung bestehe kein Zweifel an der Verfassungsfeindlichkeit. Es sei gängige Praxis, dass Kinder auf Zeltlagern der HDJ mit Nazi-Propaganda infiltriert würden. «Die Kinder trugen Uniformen und wurden an Symbole und Ideologien der NS-Zeit spielerisch und ohne geschichtliche Einordnung herangeführt wie damals die Hitlerjugend», sagte Knobloch. «So etwas darf es in Deutschland und darüber hinaus nicht wieder geben.» Bei der Auflösung eines Zeltlagers in Mecklenburg-Vorpommern wurden auch Handtücher mit Hakenkreuzen und Schriften mit rechtsextremistischer Propaganda sichergestellt.

Der Berliner Verfassungsschutz bestätigte die im Bericht des Bundesverfassungsschutzes festgehaltene Verbindung der HDJ zur NPD. Nach Feststellung der sächsischen Verfassungsschützer stellt sich die HDJ als harmlose Pfadfindertruppe dar, obwohl sie in erster Linie politische Ziele verfolgt. In ihrer Zeitschrift «Funkenflug» lehne sie aggressiv die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab.
dpa/zu