18.06.2002

Präsident des Zentralrats zu den ungeheuerlichen Äußerungen Norbert Blüms

„Ungeheuerlich“, bezeichnete der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, die wiederholte Kritik des CDU-Politikers Norbert Blüm an der Antiterrorpolitik der israelischen Regierung.
„Wer angesichts des heutigen Selbstmordanschlags mit 18 Toten – darunter die meisten Kinder und Jugendliche - und mehr als 50 Verletzten in den Aktionen des israelischen Militärs „keinen Abehrkampf gegen den Terrorismus sieht“, der hat jeglichen Realitätssinn verloren“, so Spiegel.
Entschiedene Kritik an der Taktik und dem Vorgehen der israelischen Armee ist akzeptabel und wichtig. Wer aber die Grausamkeiten und den Terror der palästinensischen Seite sowie Ursache und Wirkung in diesem Konflikt hartnäckig übersieht, der beweist damit eine beispiellose Doppelmoral. Der neuerliche Versuch Blüms, Israel als den einzigen Übeltäter und sogar Verbrecher in diesem Konflikt darzustellen, ist Rassismus pur aus dem Mund des ehemaligen Bundesarbeitsministers.
Bemerkenswert ist auch, dass sich Norbert Blüm zum wiederholten Male einer sprachlichen Begrifflichkeit bedient, in dem er von „Vernichtung“ spricht, um so bewusst eine nicht vorhandene Verbindung zwischen dem heutigen Kampf gegen den Terrorismus in Israel und dem Treiben des Nazi-Terrors zwischen 1933 und 45 zu assoziieren. „Der darin erkennbare Versuch historische Wahrheiten zu relativieren, sowie aus den einstigen Opfern und ihren Nachkommen heute vergleichbare Täter zu machen, ist unfassbar und eine Beleidigung sämtlicher Holocaust Opfer“, sagte Spiegel.
„Begrüßenswert ist die Distanzierung der CDU-Parteiführung von den Entgleisungen Norbert Blüms“, so Spiegel abschließend.