8. Jahrgang Nr. 7 / 25. Juli 2008 - 22. Tamus 5768

Festakt: 50 Jahre Synagoge Gelsenkirchen

In der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen fand in Erinnerung an die Einweihung der alten Synagoge vor 50 Jahren ein Festakt statt. Bei der Feierstunde unterstrich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (Foto vorne rechts) die Verpflichtung, immer wieder an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern. Es werde keinen Schlussstrich geben, betonte Rüttgers. "Wir stehen an der Seite der Juden in Nordrhein-Westfalen." Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Judith Neuwald-Tasbach, erinnerte an die Rede ihres Vaters vor 50 Jahren. Kurt Neuwald hatte am 29. Juni 1958 die Synagoge in der Von-der-Recke-Straße eingeweiht. Er habe in seiner Rede den Wunsch zum Ausdruck gebracht, die Synagoge möge geistiger Mittelpunkt der Gemeinde sein. Mit dem Festakt werde auch jüdisches Leben in Deutschland nach der Shoah gefeiert, sagte Hanna Sperling, Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden zu Westfalen-Lippe. Dass es heute jüdisches Leben in Gelsenkirchen gebe, sei einer Handvoll Überlebender zu verdanken, die nach Gelsenkirchen zurückgekehrt wären. Die erste Gelsenkirchener Synagoge, die 1885 erbaut worden war, wurde 1938 von den Nationalsozialisten niedergebrannt. Am 29. Juni 1958 wurde die Nachkriegssynagoge in einem umfunktionierten Wohnhaus in der Altstadt eingeweiht. Seit Februar 2007 hat die auf inzwischen 500 Mitglieder angewachsene Gemeinde eine neue Synagoge am alten Platz. epd/zu