09.07.2008

Stephan J. Kramer zur aktuellen Diskussion um das Schächten

„Die Bundestierärztekammer nennt Schächten einen ‚klaren Fall von Tierquälerei'. Nicht nur unterschlägt die Kammer damit die weltweite Diskussion und wissenschaftliche Zweifel um leidensfreiere Schlachtmethoden, sondern schürt Vorurteile gegen religiöse Minderheiten", so der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer.

„Der Tierschutzgedanke hat im Judentum seit Jahrtausenden höchste Priorität und galt lange bevor es in Tierschutzorganisationen und Tierschutzrechte im Grundgesetz der Bundesrepublik gegeben hat", betont Kramer.

„Die Bedingungen unter denen im Judentum ein Schächtschnitt ausgeführt wird, sind sehr umfassend und präzise geregelt. Nur besonders ausgebildete Personen sind dazu befähigt. Oberste Priorität hat dabei Leiden, für das Tier zu vermeiden. Durch den gezielten Schächtschnitt verliert das Tier innerhalb von Sekunden das Bewusstsein und damit die Schmerzempfindlichkeit."

"Wer beim Schächten von entsetzlichen Leiden und Schmerzen der Tiere spricht, aber beispielsweise die Bolzenschuss- oder Elektroschockmethode beim herkömmlichen Schlachten für vertretbar hält, der verspielt jede Seriosität und Glaubwürdigkeit in der Diskussion", so der Generalsekretär.

"Es geht vorliegend überhaupt nicht um Tierschutz gegen Religionsfreiheit, sondern Vorurteile gegenüber religiösen Minderheiten und das Kaschieren offensichtlicher eigener Defizite beim Tierschutz durch fragwürdige Schlacht- und Betäubungsmethoden", meint Kramer.

Berlin, den 09. Juli 2008