4. Jahrgang Nr. 12 / 23. Dezember 2004 - 11. Tewet 5765

Für Versöhnung

50 Jahre Yad Vashem in Berlin gefeiert

“Yad Vashem, das ist nicht nur ein Ort der Mahnung, sondern auch ein Forschungsinstitut, das Hoffnung ausstrahlt“, sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Anfang Dezember anlässlich eines Festkonzerts zum 50-jährigen Bestehen der Gedenkstätte in Berlin. Neben den zentralen Feierlichkeiten dieser unvergleichlichen Gedenkstätte in Jerusalem wurde in Berlin gefeiert, weil diese Stadt wie keine andere für die wechselvolle Geschichte der Juden steht. Schröder würdigte die renommierte israelische Holocaust-Institution als einzigartige Erinnerungsstätte gegen das Vergessen: Yad Vashem setzt Maßstäbe für den sachlichen und sensiblen Umgang mit Geschichte.“ Mehr denn je sei es notwendig, kommende Generationen über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen aufzuklären.

Neben dem gelungenen Festakt ist die Gedenkstätte in den letzten Wochen ohnehin ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt: Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashemhat jetzt eine Datenbank mit Informationen über bislang etwa drei Millionen Schoa-Opfer im Internet veröffentlicht. Etwa zwei Drittel davon stammen aus Zeugen- Dokumenten in vierzehn Sprachen, die seit 1955 gesammelt werden. Man befinde sich in einem Wettlauf gegen die Zeit und müsse so viele Namen wie möglich registrieren, „bevor die Generation, die sich am besten an sie erinnert, nicht mehr bei uns ist“, so Direktor Avner Schalev. Schalev fügte hinzu: „Yad Vashem wollte den Verlust durch die Verewigung des einen Symbols der Identität darstellen, das die Opfer hinterlassen haben – ihren Namen.“

In den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung der Namensliste verzeichnete der Internetauftritt einen Rekordbesuch: Etwa 400.000 Surfer aus aller Welt besuchten die neuen Seiten. Zahlreiche neue Namen seien zur Liste hinzugefügt worden.
dpa