4. Jahrgang Nr. 12 / 23. Dezember 2004 - 11. Tewet 5765

Nachrichten

Topographie: Nachama hat Zweifel

Der für das Frühjahr geplante neue Wettbewerb für den Bau des Berliner NS-Dokumentationszentrums "Topographie des Terrors" in Kreuzberg stößt bei Andreas Nachama, dem geschäftsführenden Direktor der Stiftung, auf Vorbehalte. Es bleibe abzuwarten, ob ein realisierbarer und finanzierbarer Entwurf dabei sein werde, sagte Nachama. Die bisherigen Vorgänge um das Mahnmal bezeichnete er als traurig und nur erklärbar mit einer übertriebenen Bauwut der neunziger Jahre. Hintergrund: Überraschend hatte im Herbst die Berliner Bauverwaltung den ursprünglichen Vertrag mit dem Schweizer Architekten Peter Zumthor gekündigt.
dpa/zu

Volkszählung in Russland

Russlands Oberrabbiner Berel Lazar hat eine unabhängige jüdische Volkszählung gefordert. Bei der ersten postkommunistischen Volkszählung in Russland im Jahr 2002 wurden 259.000 Juden gezählt. Die Gesamtbevölkerung betrug damals 145 Millionen. Experten sind allerdings überzeugt, dass diese Zahl lediglich einen Bruchteil der russischen Juden darstellt, da viele zögerten, bei Befragungen ihre jüdische Herkunft anzugeben. Rabbiner Lazar erklärte, es müsse mit Hilfe moderner Computertechnologie möglich sein, eine Datenbank über die in Russland lebenden Juden zu erstellen. Mit Hilfe dieser Datenbank könnten Tausende ihre Verwandten suchen, die sie aus den Augen verloren hätten. ja