8. Jahrgang Nr. 6 / 27. Juni 2008 - 24. Siwan 5768

Nachrichten

Gratulation zum 65. Geburtstag

Anfang des Monats, am 4. Juni, feierte der Vize-Präsident des Zentralrats der Juden, Prof. Dr. Salomon Korn, seinen 65. Geburtstag. Dazu gratulieren wir ihm - nachträglich - von ganzem Herzen mit einem „Mazel Tov". 1943 im polnischen Lublin geboren, kam er nach dem Krieg mit seiner Familie nach Frankfurt am Main. Dort fühlt sich der Architekt und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, der ebenfalls in diesem Monat erneut in seinem Amt bestätigt wurde, nach anfänglichem Zögern und Auswanderungsgedanken in Richtung Israel oder USA, inzwischen Zuhause. Bezeichnend für seine Einstellung sind die Worte, mit denen 1986 das von ihm selbst entworfene Jüdische Gemeindezentrum im Frankfurter Westend eröffnet wurde: «Wer ein Haus erbaut, will bleiben.»So wird er auch künftig mit geschliffenen Worten und scharfen Geist von sich Reden machen, wenn es um Judentum oder deutsch-jüdische Kultur geht.
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Wachsfigur Hitlers: Zentralrat stellt Bedingungen

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Bedingungen für die Ausstellung der Figur von Adolf Hitler im neuen Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds in Berlin gestellt. "Die Ausstellung darf nicht unkommentiert bleiben", sagte Generalsekretär Stephan J. Kramer. "Die Figur durch einordnende Informationen zu Hitler und zur NS-Zeit zu ergänzen ist unverzichtbar. Hitler solle in Berlin nicht zur Touristenattraktion werden. Wenn eine solche Ausstellung jedoch dabei hilft, unsere Sicht auf Hitler zu normalisieren und ihn zu demystifizieren, dann sollte man es versuchen", so Kramer. Dazu gehöre auch, Geschichte sichtbar zu machen. "Weit weg von jedweder Glorifizierung" habe man sich entschieden, Hitler nicht auf dem Höhepunkt seiner Macht darzustellen, sondern kurz vor seinem Selbstmord. Somit stehe die Berliner Figur in direktem Kontrast zur Hitler-Figur bei Madame Tussauds in London, wo er in einer kämpferischen Pose gezeigt werde. In Berlin solle die Figur hinter einem Tisch in einem dunklen Raum stehen, der wie ein Bunker gestaltet ist, sagte Natalie Ruoß von Madame Tussauds. Außerdem werden mehrere Tafeln über den Weltkrieg und die Millionen Opfer Hitlers informieren.
dpa/zu