8. Jahrgang Nr. 5 / 30. Mai 2008 - 25. Ijar 5768

Deutschland gratuliert Israel

Mit viel Prominenz aus Politik und Kultur fand in der Frankfurter Paulskirche der zentrale Festakt zum 60. Geburtstag des Staates Israel statt - Festredner betonen enge Freundschaft der beiden Länder

Zukunft 8. Jahrgang Nr. 5
Zukunft 8. Jahrgang Nr. 5

Auf den Tag genau vor 60 Jahren, am 5. Ijar 5708, rief David Ben Gurion die Gründung des Staates Israel aus – Grund genug für den Zentralrat der Juden in Deutschland, die Deutsch-Israelische Gesellschaft und den Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu einem zentralen Festakt in die Frankfurter Paulskirche einzuladen.

Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch erinnerte in der Feierstunde daran, dass am 14. Mai 1948 der Traum Wirklichkeit und „Israel als dauerhafte Heimat für Juden aus aller Welt und Lebensversicherung für die Juden der Diaspora geboren wurde“. Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit wären somit endlich verwirklicht worden.

„Deutschland ist ein sehr wichtiger Partner an unserer Seite und dafür möchte ich Ihnen und jedem deutschen Bürger danken“, betonte Yoram Ben-Zeev, Botschafter des Staates Israel in Berlin, in seiner Grußadresse, in der er vor allem die Gemeinsamkeiten beider Länder unterstrich. „Sie in Deutschland und wir in Israel achten die Menschenwürde. Wir haben gemeinsame Ziele wie Sicherheit, Frieden, Bildung, Kultur und Wissenschaft“, so der Botschafter. Gleichzeitig brachte er seine Hoffnung auf eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zum Ausdruck und rief den Nachbarn Israels aus Frankfurt zu: „Wir strecken unsere Hand zum Frieden aus.“

Festredner Bundestagspräsident Norbert Lammert unterstrich, dass das heutige Jubiläum vor allem ein Anlass war zur Dankbarkeit für die Arbeit und den Einsatz all jener Frauen und Männer in Israel, die Brücken gebaut und Wege gangbar gemacht haben. Vor allem aber machte er unzweifelhaft deutlich, dass das Existenzrecht Israels nicht verhandelbar sei.

Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Dr. h.c. Johannes Gerster, erinnerte aus Anlass des 60. Jahrestages daran, dass die Gründung des Staates Israel „nach 2000 Jahren Leben in der Diaspora für das Volk der Juden ein Wunder“ war und machte deutlich, dass „zu der wundersamen Entwicklung dieses aufstrebenden Landes für uns Deutsche die wunderbare Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen“ zählt.

Am Schluss an die Feierstunde, die von der Bundesregierung und der Botschaft des Staates Israel in Deutschland unterstützt wurde, erhoben sich die über 800 Gäste, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik und Kultur, von ihren Sitzen als die Mendelssohn Players, unter der Leitung von Lior Shambadal, in der Frankfurter Paulskirche die Nationalhymnen von Deutschland und Israel spielten.

Neben den offiziellen Feierlichkeiten in der Frankfurter Paulskirche, im Sendesaal des Saarländischen Rundfunks oder auf dem Berliner Gendarmenmarkt fanden dieser Tage in zahlreichen Jüdischen Gemeinden Yom Haatzmaut-Feiern mit bunten Rahmenprogramm, Musik, Basar und vielen Überraschungen statt.