09.04.2008

Knobloch: Verhältnis zwischen Juden und Katholiken belastet

München – Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat das Verhältnis zwischen Juden und Katholiken aufgrund der umstrittenen Karfreitagsfürbitte als belastet bezeichnet. „Solidaritäts- und Hochachtungsbekundungen" blieben „bloße Lippenbekenntnis", solange der Vatikan nicht das österliche Gebet in der lateinischen Messe zurücknehme, zitiert die Deutsche Presse-Agentur die Zentralratspräsident. „Wer das Judentum wirklich achtet, betet nicht für seine Missionierung", sagte Charlotte Knobloch wörtlich. Sie wies Argumente zurück, die Empörung der jüdischen Gemeinschaft über die Reform der Fürbitte basiere lediglich auf „Missverständnissen". Die Geringschätzung der jüdischen Religion sei eindeutig. „Hier gibt es keinen interpretatorischen Spielraum", betont Knobloch. Die Neufassung der Karfreitagsfürbitte war trotz Protest jüdischer Organisationen erstmals in diesem Jahr am Karfreitag in einigen Kirchen gebetet worden. (9.04.2008)