05.04.2008

Zentralrat fordert Entlassung eines Redakteurs der Bundeszentrale für politische Bildung

Berlin – Empört hat der Zentralrat der Juden in Deutschland auf antisemitische Äußerungen von Ludwig Watzal, Redakteur der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), reagiert. In einem Schreiben an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, zu dessen Ministerium die BPB gehört, forderte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, die Entlassung von Watzal. Der Autor, der für die BPB-Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte" schreibt, verbreite auf seiner privaten Homepage „allseits bekannte antisemitische Klischees", schreibt Kramer. Israel sei für Watzal eine „wild gewordene Kolonialmacht", die eine „ethnische Säuberung" an den Palästinensern vollziehe, zitiert der Berliner Tagesspiegel aus dem Schreiben Kramers. Auch andere jüdische Institutionen hätten sich im Bundesinnenministerium schriftlich über die antiisraelitischen und antisemitischen Äußerungen Watzals beschwert. Das Innenministerium nehme das Schreiben „sehr ernst" zitiert der Tagesspiegel einen Sprecher des Ministeriums. „Zeitnah" würden die jüdischen Institutionen eine Antwort erhalten. (05.04.2008)