31.03.2008

Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch beklagt Zunahme antisemitischer Straftaten

München – Mehr als sechs Jahrzehnte nach der Befreiung vom Nationalsozialismus sei der Antisemitismus in Deutschland nach wie vor alarmierend. Judenfeindlichkeit in Deutschland sei nicht besiegt, sagte der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Zwar gebe es „einen klaren Mehrheitskonsens, nach dem Antisemitismus geächtet" sei, aber antisemitische Stimmungen seien „zumeist subtil", sagte die ZR-Präsidentin in dem dpa-Gespräch anlässlich des 75. Jahrestages des sogenannten Judenboykotts der Nazis am 1. April 1933. Scharf kritisierte sie „linke Globalisierungsgegner". Hinter „vermeintlich objektiver Kritik am Staat Israel" verstecke sich Antisemitismus. Jüdische Gemeinden seien permanent mit Antisemitismus konfrontiert. Dass jüdische Institutionen täglich „Briefe, Anrufe und E-Mails mit aggressivem antisemitischem Inhalt" erhielten, werde in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Selbst „Schulkinder klagen über antijüdische Diskriminierungen im Alltag", sagte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland dpa. (27.03.2008)