8. Jahrgang Nr. 3 / 28. März 2008 - 21. Adar II 5768

Yad Vashem in Dresden

Ausstellung „Lichtflecke – Frau sein im Holocaust" erstmals außerhalb von Israel zu sehen

"Lichtflecke - Frau sein im Holocaust" ist eine außergewöhnliche Multimedia-Ausstellung, die sich speziell dem Verhalten von jüdischen Frauen im Holocaust widmet. Die Ausstellung zeigt auf, wie diese auf die verheerenden und extremen Umstände von Gewalt und Unterdrückung reagierten, um ihr Überleben kämpften und versuchten, ihre Identität als Mensch und Frau zu bewahren. Die höchst individuellen und vielfältigen Reaktionen der jüdischen Frauen sind gruppiert nach verschiedenen Themen, wie Liebe, Mutterschaft, Weiblichkeit und Glauben. Die Schau, die Frau Yehudit Inbar kuratierte, wird nun Dank der Unterstützung der Sächsischen Staatskanzlei das erste Mal außerhalb Israels gezeigt.
Sie sei ein wichtiger Schritt, dass sich mehr Menschen für das Leiden der europäischen Juden, die Grausamkeit ihrer Verfolgung und das Schicksal von Millionen im Holocaust interessieren, sagte der Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Michael Sagurna, bei der Eröffnung in Dresden. Durch Mitwirkung des Freistaates sei es gelungen, ein Stück Yad Vashem nach Deutschland zu holen.

Bis zum 4. Mai sind im Residenzschloss großflächige Projektionen in Kombination mit Tondokumenten zu sehen. Die Schau beeindruckt nicht nur inhaltlich, auch die ungewöhnliche künstlerische Präsentationsform macht sie einzigartig. Das Design von Chanan de Lange basiert auf großflächigen Projektionen in Kombination mit akustischen Beiträgen. Fotos, Bilder, Briefe, Gedichte, Tagebücher sowie Zeichnungen zeugen von Geschichten und persönlichen Schicksalen. Das Material wurde aus Kisten und Archiven ausgegraben, die nie geöffnet und angeschaut wurden", so die Kuratorin. "Es geht nicht um das, was Juden von Deutschen angetan wurde, sondern um die Reaktionen der Juden, die darunter leiden mussten, besonders die Frauen", sagte sie.

Im Holocaust wurden mehr als drei Millionen Frauen und Mädchen ermordet. Sie stellten als Träger der Fruchtbarkeit einen Schwerpunkt der Verfolgungspolitik der Nazis dar. "Menschen könnten Menschen demütigen, verletzen, ihre Kultur und Familien zerstören, aber eine Entscheidung bleibe: die Seele nicht töten zu lassen, kein Opfer zu sein", sagte Inbar. "Das ist ein wichtiges Symbol, wie man mit Leid umgehen könne, es ist eine Botschaft für das Leben."

Sachsen lege mit der Präsentation ein klares Bekenntnis zur Verantwortung Deutschlands ab, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten und gegen Antisemitismus und die Leugnung des Holocaust vorzugehen, so Sagurna.

Die Videoarbeit „Mensch Sein" der israelisch-internationalen Künstlerin Michal Rovner ergänzt das multimedial konzipierte Ausstellungsdesign. Die Künstlerin geht in ihrer Arbeit der Frage nach, woher die Frauen im Holocaust die Kraft nahmen, durchzuhalten und nicht aufzugeben. Weitere Informationen: www.skd-dresden.de.
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