8. Jahrgang Nr. 3 / 28. März 2008 - 21. Adar II 5768

Nachrichten

Stiftung „Zurückgeben" fördert jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen

Die Stiftung „Zurückgeben" fördert 2008 wieder Projekte und vergibt in Einzelfällen Stipendien an in Deutschland lebende jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen. Anliegen der Stiftung, die 1994 von jüdischen und nicht-jüdischen Frauen ins Leben gerufen wurde, ist es, jüdisches Leben und jüdische Kultur in Deutschland zu stärken. Die Stiftung ruft alle Erben der in der Nazi-Zeit „zur Volksgemeinschaft zählenden Deutschen, die von der Entrechtung, Ausplünderung und Beraubung der Juden profitierten haben" auf, durch Spenden hierfür einen Beitrag zu leisten. Auch im vergangenen Jahr hat die Stiftung insgesamt 25 000 € für Frauenprojekte aus dem Bereich Musik, Film, Literatur, Malerei und Forschung gefördert. Alle Preisträgerinnen und weitere Informationen gibt es bei der Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, Telefon 030 /42 02 26 45, www.stiftung-zurueckgeben.de.
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Eingewanderte Ärzte sollen Mangel mildern

Aus Osteuropa eingewanderte Ärzte sollen künftig einen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Brandenburg leisten. Mit einem bisher bundesweit einmaligen Modellprojekt würden zunächst 20 Mediziner bei ihrem Wiedereinstieg in ihren Beruf unterstützt, sagte Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD). Sie lebten zumeist schon sehr lange in Deutschland und seien vielfach bereits seit mehreren Jahren arbeitslos oder hätten Jobs unter ihrer Qualifikation. Es handle sich vor allem um Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer aus Russland, die in ihrer Heimat langjährige Berufserfahrungen gesammelt hätten. Für sie habe eine zehn Monate dauernde Qualifizierung im sprachlichen und medizinischen Bereich begonnen, sagte Ziegler. Diese laufe bis Dezember. Anschließend folge eine Abschlussprüfung. Die erfolgreichen Kursteilnehmer könnten dann in märkische Kliniken oder Arztpraxen vermittelt werden. Nach den geltenden Bestimmungen müssen ausländische Ärzte eine Prüfung durch die Ärztekammer zur Anerkennung der Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses im Herkunftsland ablegen. Voraussetzungen sind gute deutsche Sprachkenntnisse und medizinische Fachkenntnisse, die dem deutschen Standard entsprechen.
dpa

Holocaust: Minister verlangt stetes Erinnern

Mit einem Festakt im Bundesaußenministerium ist das Ständige Sekretariat für internationale Zusammenarbeit für die Holocaust- Erinnerung (ITF) eröffnet worden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnte angesichts der immer weniger werdenden Holocaust-Zeitzeugen davor, die Ermordung von sechs Millionen Juden aus dem Gedächtnis verschwinden zu lassen. "Wir müssen uns der Aufgabe stellen, dass Erinnerung künftig nicht ferner rückt, abstrakter wird oder hinter dem Schleier der Geschichte verschwindet", sagte er.
dpa