22.03.2008

Zentralrat will ohne Rücknahme der Karfreitagsfürbitte keine Gespräche mehr mit der Katholischen Kirche führen

München – Scharf hat der Zentralrat der Juden in Deutschland auf die Karfreitagsfürbitte reagiert. Ohne die Rücknahme des Bittgebetes werde es von Seiten der Vertretung der Juden in Deutschland keine weiteren Gespräche mit der Katholischen Kirche geben, sagte Charlotte Knobloch Reuters TV. Solange die katholische Kirche nicht auf die Fassung von 1970 zurückkomme, könne es keinen Dialog geben. Das von Papst Benedikt XVI wieder zugelassene Gebet an Karfreitag beinhalte eine „subtile Aufforderung zur Judenmission, die ich als brüskierend, überheblich und als deutlichen Rückschritt im christlich-jüdischen Dialog bezeichnen muss", sagte Charlotte Knobloch. Der Vizepräsident des Zentralrats bezeichnet das Gebet als einen „Rückfall in alte Zeiten". „Gerade von einem deutschen Papst wie Benedikt XVI. erwarte ich mehr Rücksicht auf die Sensibilität der Juden bei diesem Thema", sagte Korn. Zentralratsvizepräsident Dieter Graumann forderte Papst Benedikt XVI auf, die Formulierung der Fürbitte „möglichst schnell, glaubwürdig und total'" zurücknehmen. Es handelte sich um „Respektlosigkeit und Missachtung gegenüber Juden'". (22.03.2008)