10.03.2008

Zentralrat und Rabbiner kritisieren neuen Wortlaut der katholischen Fürbitten

Der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Deutsche Rabbinerkonferenz lehnen entschieden katholische Fürbitten ab, in denen indirekt zur „Judenmissionierung" aufgefordert wird. In dem Bittgebet zum Karfreitag soll in lateinischer Sprache dafür gebetet werden, dass die Juden „Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen". Die von Papst Benedikt zugelassene Fürbitte sein eine „Respektlosigkeit und Missachtung gegenüber Juden", sagte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann. Der Papst müsse „möglichst schnell, glaubwürdig und total", das Bittgebet zurücknehmen. Auch Mitglieder der Deutschen Rabbinerkonferenz sprachen sich einhellig gegen das vom Vatikan veröffentlichte Gebet am Karfreitag aus. Der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Henry G. Brandt, nannte die vom Papst abgesegnete Formulierung „reaktionär". In Anbetracht der langen Geschichte christlichen Judenhasses sei das Gebet ein „gefährlicher Rückschritt", sagte Brandt, der sich seit Jahren um eine christlich-jüdische Annäherung bemüht. Der Sprecher der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland, der Kölner Gemeinderabbiner Netanel Teitelbaum, hofft, dass der Vatikan das Missverständnis von der Judenmissionierung aufklärt.