8. Jahrgang Nr. 2 / 29. Februar 2008 - 23. Adar I 5768

Süsskind neue Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin setzt auf einen Neuanfang: Lala Süsskind ist als erste Frau Ende Januar zur neuen Vorsitzenden der Berliner Gemeinde gewählt worden. Die 61-Jährige ehemalige Bundesvorsitzende der Wizo-Deutschland wurde nach der konstituierenden Sitzung der neu gewählten Repräsentantenversammlung als Nachfolgerin von Gideon Joffe an die Spitze des neuen Vorstands gewählt. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin ist mit etwa 12 000 Mitgliedern die größte Gemeinde in Deutschland. Bei der letzten Wahl in der zerstrittenen Gemeinde hatte sich die Gruppierung Atid um Süsskind durchgesetzt. Die Gruppe «Tachles» um den bisherigen stellvertretenden Gemeindechef Arkadi Schneiderman war dagegen bei den Wahlen gescheitert. Einige seiner Mitstreiter hatten die Wahl im Nachhinein wegen angeblicher Rechtsverstöße angefochten. Die Schiedskommission hatte diese als unbegründet zurückgewiesen. Mit der Wahl der 61-Jährigen verbinden sich für viele Gemeindemitglieder Hoffnungen auf einen anderen Umgangsstil. „Jetzt muss Ruhe einkehren", so die neue Vorsitzende. Sie selbst sieht den Erhalt der Einheitsgemeinde und die Überwindung der Grabenkämpfe als ihre wichtigste Aufgabe an. Mitstreiter bescheinigen ihr Teamfähigkeit und das nötige Durchsetzungsvermögen.

Eines der Hauptprobleme, die es zu überwinden gilt, wird in der Zusammensetzung der Gemeinde gesehen, die mittlerweile zu rund 80 Prozent aus Zuwanderern aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion besteht. Im vergangenen Jahr hatten einige der alteingesessenen Gemeindemitglieder mit einer Spaltung der Gemeinde gedroht.

dpa/zu