15.02.2008

Solidarität mit jüdischer Gemeinschaft in Dresden gegen Rechts

Mehrere hundert jüdische und nichtjüdische Menschen haben am 15. Februar aus Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde zu Dresden an einem Schabbatgottesdienst teilgenommen. Mit ihrer Anwesenheit wollten sie ein Zeichen gegen eine Demonstration von Rechtsextremen setzen, die am jüdischen Gemeindehaus vorbeizog. In der voll besetzten Synagoge dankte Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl den Besuchern und sprach von einem bewegenden Moment und einem Ausdruck der Verbundenheit mit der rund 750 Mitglieder zählenden Jüdischen Gemeinde. „Nazis sollen in Dresden nicht mehr aufmarschieren können", sagte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Nora Goldenbogen auf einer Gegendemonstration. Anlass waren die Gedenkfeiern für die Opfer der alliierten Luftangriffe vor 63 Jahren. Bei den insgesamt vier Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 sollen mindestens 25 000 Menschen ums Leben gekommen sein. Das Stadtzentrum wurde innerhalb von drei Tagen fast vollständig zerstört. Bereits am Mittwoch, dem Jahrestag der Bombardierung, hatte die Jüdische Gemeinde zu Dresden gegen die Teilnahme von Neonazis bei dem Trauermarsch protestiert und deshalb ihre eigene Beteiligung abgesagt. Die Präsenz der Rechtsextremen sei nicht mehr hinnehmbar, sagte die Gemeindevorsitzende Nora Goldenbogen. Künftig müsse über eine andere Gestaltung der Gedenkfeier nachgedacht werden, um die Teilnahme von Rechtsextremisten zu verhindern, sagte Goldenbogen.