06.02.2008

Stellungnahme des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland zum Kinderbuch „Wo bitte geht's zu Gott"

„Manchmal bedauert man, dass der Begriff Meinungsfreiheit fast keine Grenzen kennt" so Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats. „Der Meinung, das Buch sei antisemitisch, kann man so nicht folgen, da es gleichermaßen alle drei großen monotheistischen Religionen verleumdet. Es ist einfach Antireligion, Anti-G'ttes-Glaube und alles, was sich daraus ergibt", so der Generalsekretär.

„Ich würde es als militant atheistisch einstufen, und das Zerrbild der Religionen, das hier gezeichnet wird, soll dem Zweck dienen - und das ist das Ziel dieses Machwerkes – Kinder jedweden G'ttesglauben zu vergraulen. Das Perfide und Gefährliche dabei ist, dass sich das Buch mit einer grafisch sehr attraktiven Aufmachung an junge Kinder wendet, die solch einer Antireligionshetze hilflos ausgesetzt sind. Auf jeden Fall ist das Buch gefährlich und gehört daher indiziert. Am Ende, insbesondere auf der letzten Seite ist es zudem absolut geschmacklos. Das dort dargebotene Bild nackter Menschen könnte heranwachsenden Kindern sogar Angst machen", kritisiert Kramer.

„Die Meinungs- und Kunstfreiheit ist wichtig, darf aber auch nicht missbraucht werden. Hier liegt ein klarer Missbrauch vor und ich kann nur hoffen, dass alle monotheistischen Religionen hier einig sind und sich zur Wehr setzen", betont Kramer.

Berlin, den 30. Januar 2008